Fragen & Antworten

Auf dieser Seite möchte ich eure Fragen zur Sackpfeifen-Fibel gerne beantworten.

 

Die Sackpfeife ist ein modernes Instrument. Insofern hat sie im Vergleich zu anderen Dudelsacktraditionen eine bislang eher kurze Tradition. Es gibt bisher keinen roten Faden, egal ob es um Verzierungstechnik oder die Griffweise geht. Deshalb kann sich der Inhalt der Sackpfeifen-Fibel natürlich nicht mit allem decken, was an Informationen innerhalb der Szene kursiert. Sicher ist jedoch eins: Der in der Sackpfeifen-Fibel aufgezeigte Weg ist effizient, erprobt und wohl durchdacht.

 

Vielen Dank für euer Interesse & Feedback!

Thomas Zöller

Fragen mit folgender Thematik wurden bisher gestellt:

 

  • Die im Buch angegebene Grifftabelle ist beim "D" anders als die von meinem Instrumentenbauer. Kann ich die Fibel trotzdem benutzen?

 

  • Die im Buch angegebene Grifftabelle ist beim "F" anders als die von meinem Instrumentenbauer. Kann ich die Fibel trotzdem benutzen?

 

  • Linkshänder-"Problematik"

  • Verschiedene Ansichten zur Pflege & Wartung

 

  • Wim Dobbrischs Seite ist nicht online - baut er überhaupt?

 

Die im Buch angegebene Grifftabelle ist beim "D" anders als die von meinem Instrumentenbauer. Kann ich die Fibel trotzdem benutzen?

Ja, es kann hier möglicherweise zu einer kleinen Abweichungen von der Empfehlung der Sackpfeifen-Fibel zu denen der einzelnen Instrumentenbauer kommen. Das ist aber kein Weltuntergang und aufgrund der Entstehungsgeschichte der Sackpfeife leider unumgänglich.

 

Für das "D" gilt: Mit der Empfehlung den kleinen Finger der unteren Hand auf der Schalmei / Übungspfeife zu platzieren, geht die Sackpfeifen-Fibel neue Wege. Meist wird dieser Ton bisher ohne den kleinen Finger gespielt.

 

Warum also diese Empfehlung?

 

Dadurch das der kleine Finger aufliegt, wird die komplette untere Hand gestützt. Dies ist unserer Meinung nach der wichtigste Punkt. Es kommt dadurch mehr Ruhe ins Spiel. Außerdem sind bestimmte Vorschläge so leichter auszuführen oder werden dadurch sogar erst möglich.

 

Durch das Auflegen des kleinen Fingers kann sich die Klangfarbe des "D" etwas verändern. Tonal sollte es aber keinen Unterschied machen.

 

Wem das Ganze überhaupt nicht zusagt, kann natürlich das "D" weiterhin offen spielen oder den kleinen Finger nur zur Stütze benutzen und ihn einfach neben dem Loch aufsetzen, und sich einfach den restlichen Inhalt der Sackpfeifen-Fibel zu Nutze machen.

Die im Buch angegebene Grifftabelle ist beim "F" anders als die von meinem Instrumentenbauer. Kann ich die Fibel trotzdem benutzen?

Auch hier kann es möglicherweise zu einer kleinen Abweichungen von der Empfehlung der Sackpfeifen-Fibel zu denen der einzelnen Instrumentenbauer bzw. insbesondere zu den Anforderungen der jeweiligen Sackpfeife kommen.

 

Das "F" ist ein kritischer Ton auf der Sackpfeife, der aber für das Repertoire sehr relevant ist. Oftmals ist er für Druckschwankungen anfällig. Gerade bei diesem Ton sind immer wieder abenteuerliche Fingerkombinationen nötig, damit er zuverlässig anspricht. Vieles hängt vom Konus der Schlamei sowie dem verwendeten Rohrblatt ab.

 

Warum also diese Empfehlung?

 

Der in der Sackpfeifen-Fibel vorgeschlagene Griff für das "F" ist aus meiner Sicht das Optimum. Lässt sich das "F" so greifen, entsteht ein schöner Spielfluss, da nur die obere Hand, genauer gesagt der Ringfinger der oberen Hand für den Halbtonschritt benötigt wird.

 

Linkshänder-"Problematik"

In der Sackpfeifen-Fibel wird Linkshändern empfohlen, bei der Übungspfeife die Hände zu tauschen, sprich rechte Hand oben, linke Hand unten. In einem Forum tauchte nun der Hinweis auf, dass diese Veränderungen auch für die anderen Aspekte des Linkshänders klarer formuliert sein sollten.

 

Für mich, und ich denke auch für jeden Instrumentenbauer ist es eigentlich klar, das, sollte man den Sack als Linkshänder unter dem rechten Arm spielen, die Bordune bzw. das Anblasrohr natürlich anders eingebunden werden müssen. Sicherheitshalber, mit Bezug auf die Anregung im obigen Thread, hier aber nun nochmals der deutliche Hinweis:

 

Linkshänder müssen sich die Bordune etc. anders einbinden lassen, da der Sack bei Ihnen unter dem rechten Arm gespielt wird.

Verschiedene Ansichten zur Pflege & Wartung

Wie man ein Rohrblatt zu behandeln hat und welches Garn am besten ist etc. - darüber gehen die Meinungen in Sachen Dudelsack immer gerne auseinander. Zwei Dudelsackspieler, drei Meinungen - oder so ähnlich.

 

Den eigenen Dudelsack muss man wahrhaftig beherrschen lernen. Dazu gehört meiner Meinung nach, dass man viel Erfahrungen sammelt und experimentiert. Allerdings ist es hierbei insbesondere für Anfänger ratsam, sich durch Tipps von Profis vor den größten Fettnäpfchen zu schützen.

 

Ich erhebe ausdrücklich nicht den Anspruch, mit der Sackpfeifen-Fibel die einzige wahre Sicht der Dinge zu vermitteln. Im Kern habe ich versucht, Problematiken darzustellen und hierfür Lösungen darzustellen. 

 

Ich selbst halte zum Beispiel herzlich wenig von den vielen Neuerungen bei der schottischen Great Highland Bagpipe, wie z.B. die ganzen Systeme zur Feuchtigkeitskontrolle. Ich kann mit meinem Lederbalg (Kuh) stundenlang spielen ohne Feuchtigkeitsprobleme zu bekommen. Andere wiederum schwören drauf. 

 

Bei dem zu wählenden Garn für die verschiedenen Wicklungen oder den besten Methoden zur Rohrblattpflege ist es nicht anders. Das hier andere Personen andere Erfahrungen gemacht haben und z.B. lieber Hirschtalk anstatt gewachstes Garn benutzen ist meines Erachtens selbstverständlich. 

Warum ist Wim Dobbrischs Seite nicht online?

Die Frage kann ich Dir leider nicht beantworten. Allerdings ist sie, soweit ich weiß, in Planung. Die Seite wurde mit der angegebenen Adresse auf Wims Wunsch hin aufgenommen. Insofern denke ich auch, dass er diesbezüglich klare Absichten hat.

Die Sackpfeifen-Fibel...

Das 4. Interkeltische Folkfestival kommt! 12-15.08.2010

Programm & weitere Infos hier